Mastitis (Brustentzündung)

Die Mastitis (Brustentzündung)

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10.03.20
5 Lesedauer

Sollten Sie unter einer entzündeten Brust leiden, sind Sie nicht alleine damit. Die Mastitis ist ein h?ufiges Problem in der Stillzeit und führt in manchen F?llen sogar dazu, dass die Stillbeziehung unfreiwillig frühzeitig abgebrochen wird.

Das muss nicht sein. Lesen Sie hier, welche Schritte Sie unternehmen k?nnen, um eine Mastitis zu vermeiden und zu behandeln:

Worum geht es in diesem Artikel?

Was versteht man unter einer Mastitis? Was verursacht die Mastitis? Die Symptome: Wie erkennen Sie eine Mastitis? Wie kann eine Mastitis behandelt werden? Wie k?nnen Sie einer Mastitis vorbeugen? Was ist die Neugeborenenmastitis (Mastitis neonatorum)?

Was versteht man unter einer Mastitis?

Eine Mastitis ist eine schmerzhafte Infektion der Brustdrüse bzw. Brustdrüsen. Es betrifft in der Regel stillende Mütter. Unter der sogenannten Laktationsmastitis leiden Frauen meistens in den ersten sechs bis 12 Wochen nach dem ersten Stillen. Es ist allerdings auch gut m?glich, dass die Entzündung erst sp?ter auftritt.

Bei einer Brustentzündung wandern Bakterien über die Brustwarzen ins Innere der Brust und vermehren sich dort. Muttermilch bildet einen idealen N?hrboden für die unerwünschten Eindringlinge. Sie gelangen meist über die H?nde der Mutter oder anderen Kontaktpersonen in den Nasenrachenraum des Babys und von dort aus beim Stillen zur Brustwarze.

Der sogenannte Milchstau gilt als Risikofaktor für eine nachfolgende Infektion. Dabei wird der Milchfluss behindert und es treten lokale Entzündungsreaktionen an den betroffenen Stellen auf. Ein nicht behandelter Milchstau kann sich zu einer Mastitis entwickeln.

Was verursacht die Mastitis?

Eine Mastitis bahnt sich also an, wenn sich das Brustgewebe infolge einer Infektion entzündet.

Ursachen

Dies kann verschiedene Ursachen haben:

  • Bakterien. Bakterien auf Ihrer Haut und im Mund Ihres Babys k?nnen durch eine Verletzung – zum Beispiel durch einen Riss in der Brustwarze – oder ganz einfach über eine Milchkanal?ffnung eindringen.
  • Eingeschlossene Muttermilch. Es kann vorkommen, dass die Brust beim Stillen nicht vollst?ndig entleert wird. Diese eingeschlossene Muttermilch verursacht Brustschmerzen und führt m?glicherweise zu einer Infektion.
  • Ein blockierter Milchkanal. Wenn einer der Milchkan?le verstopft ist, sammelt sich Milch in der Brust an. Diese Blockade muss behandelt werden, denn sonst k?nnte eine Brustentzündung die Folge sein.

Risikofaktoren

Einige Mütter sind anf?lliger für eine Brustentzündung als andere. Diverse Faktoren erh?hen hier das Risiko:

  • raue, trockene oder wunde Brustwarzen
  • starke Müdigkeit oder Stress
  • vorangegangene Brustdrüseninfektionen
  • geschw?chte Immunabwehr

Auch eine ungesunde Ern?hrung, einseitiges Stillen und ein zu knapper BH oder sehr eng anliegende Kleidung haben einen negativen Effekt auf den Milchfluss.

Die Symptome: Wie erkennen Sie eine Mastitis?

Gerade am Anfang des Stillens ist es normal, dass Ihre Brüste ein wenig empfindlich oder gar wund sind. Das bedeutet also noch lange nicht, dass Sie unter einer Brustentzündung leiden. Eine Mastitis geht dagegen mit folgenden Symptomen einher:

  • Sie haben Schmerzen oder ein Brennen in der Brust, wenn Sie stillen.
  • Die Beschwerden treten prim?r nur in einer Brust auf.
  • Ihre Brust ist sehr druckempfindlich.
  • Der Busen ist stark geschwollen und fühlt sich warm an.
  • Sie stellen eine R?tung der Brust (oft in einem keilf?rmigen Muster) fest.
  • Sie fühlen sich sehr müde und abgeschlagener als sonst.
  • Fieber und Schüttelfrost k?nnen hinzukommen.

Viele Frauen klagen über grippe?hnliche Symptome.

Da Sie in der Zeit des Wochenbettes regelm??ig von Ihrer Hebamme besucht werden, ist das ein guter Anlass, auch über eventuelle Beschwerden beim Stillen zu sprechen. Sie kann meist sehr genau absch?tzen, ob es sich um eine Brustentzündung handelt oder nicht.

Wie kann eine Mastitis behandelt werden?

Es ist wichtig, eine Mastitis zu behandeln, sobald sie auftritt.

Hausmittel

Gerade bei einer angehenden Mastitis bzw. bei einem Milchstau k?nnten folgende Dinge helfen, um die Entzündung in den Griff zu bekommen:

  • Waschen Sie Ihre Brust mehrmals t?glich mit warmem Wasser. Dies kann helfen, trockene Sekrete zu entfernen, die den Milchfluss blockieren. So k?nnen sich Ihre Brüste w?hrend des Stillens vollst?ndig entleeren.
  • G?nnen Sie sich ausreichend Ruhe. Es ist erwiesen, dass Stress die Milchproduktion beeintr?chtigt.
  • Trinken Sie viel Wasser, um Ihrem K?rper zu helfen, die Infektion zu bek?mpfen.
  • Machen Sie warme Wickel.
  • Streichen Sie Ihre Brust aus, falls der Abstand zwischen den Stilleinheiten zu gro? wird und Ihr Busen sehr spannt.
  • Vermeiden Sie dagegen das Abpumpen von Milch, denn es f?rdert die Milchproduktion und zu viel Milch verursacht ein gr??eres Spannungsgefühl.
  • Tragen Sie einen stützenden aber bequemen BH.
  • Nach dem Stillen helfen kühlende Umschl?ge gegen die Schmerzen. Auch Quarkwickel sind wohltuend und haben gleichzeitig eine entzündungshemmende Wirkung.

Stillen

Es ist m?glich und auch wichtig, mit einer Mastitis zu stillen. Es mag anfangs etwas unangenehm sein, aber Stillen kann tats?chlich helfen, die Brustinfektion zu behandeln. Für die Heilung ist es wichtig, dass die Milchkan?le geleert und somit entlastet werden.

Für Ihr Baby ist es nicht sch?dlich. Im Gegenteil: Die antibakteriellen Eigenschaften der Muttermilch schützen Ihr Baby vor Infektionen.

Medikament?se Behandlung

Führen alle Bemühungen nach sp?testens zwei Tagen nicht zur Besserung oder es tritt gar eine Verschlechterung auf, kann man davon ausgehen, dass es sich um eine Brustentzündung mit erh?htem Risiko einer Abszessbildung handelt.

Ihr Arzt wird Ihnen nun sehr wahrscheinlich zu Antibiotika raten. Dabei wird selbstverst?ndlich berücksichtigt, dass Sie stillen und ein entsprechendes Mittel verschrieben. Sollten Sie unter starken Schmerzen leiden, k?nnen Sie sich auch ein, in der Schwangerschaft vertr?gliches, Schmerzmittel besorgen. Tun Sie das allerdings immer nur in Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Neben all diesen Ma?nahmen ist besonders die emotionale Unterstützung in der Behandlung einer Mastitis für die Genesung der Frau ausschlaggebend. Nehmen Sie also Hilfe an und suchen Sie das Gespr?ch, falls Sie die neue Situation als Mutter erst einmal überfordern sollte.

Wie k?nnen Sie einer Mastitis vorbeugen?

Eine Brustentzündung ist schmerzhaft. Trotzdem k?nnen und sollten Sie sogar weiterstillen; es sei denn die Mastitis entwickelt sich zu einer eitrigen Entzündung.

Stillen

Denn das Stillen kann zum einen helfen, die Erkrankung zu verhindern und zum anderen eine bereits aufgetretene Mastitis zu behandeln. Dabei kommt es auf die richtige Technik an und, dass beide Brüste ausgelastet werden.

Es gibt einige Dinge, die Sie ausprobieren sollten, um einer Brustentzündung vorzubeugen:

  • Richtiges Saugen. Vergewissern Sie sich, dass Ihr Baby beim Füttern die Brustwarze vollst?ndig ansaugt. Wenn die Saugbewegungen an den Wangen entlang bis zum Ohr zu sehen sind, hat das Baby die Brustwarze richtig und vollst?ndig im Mund.
  • Stillpositionen. ?ndern Sie die Haltung w?hrend des Stillens. So werden alle Milchdrüsen entleert.
  • Entleeren. Stellen Sie sicher, dass Ihr Baby eine Brust komplett leer getrunken hat, bevor Sie zur anderen wechseln. Stillen Sie, so oft Sie k?nnen und so lange, bis Ihr Baby wirklich satt ist. Lassen Sie nicht zu viel Zeit zwischen den Mahlzeiten vergehen.
  • W?rmende Wickel. Um dabei zu helfen, dass Ihre Brüste komplett entleert werden, legen Sie eine warme Kompresse (z. B. einen warmen, nassen Waschlappen) auf Ihre Brüste oder duschen Sie warm, bevor Sie stillen. Das regt den Milchfluss an.
  • Massage. Stellen Sie bereits Anzeichen eines Milchstaus fest, kann der Milchfluss unterstützt werden, indem Sie w?hrend des Stillens die Brust massieren. Dabei fangen Sie bei den blockierten Bereichen an und wandern weiter Richtung Brustwarze.

Abstillen

Wenn Sie Ihr Baby vom Stillen entw?hnen wollen, ist es wichtig, die Milchmenge Schritt für Schritt zu verringern, um eine Mastitis zu vermeiden. Ein natürliches Abstillen geht sehr langsam vonstatten, sodass sich die Brust nach und nach an die ver?nderten Bedürfnisse anpassen kann.

In manchen F?llen – zum Beispiel w?hrend einer schweren Erkrankung – kann es vorkommen, dass sehr abrupt abgestillt werden muss. Hier steigt das Risiko einer Brustentzündung, da die Brust weiterhin Milch produziert, diese aber nur unzureichend entleert wird.

Was ist die Neugeborenenmastitis (Mastitis neonatorum)?

Auch Neugeborene k?nnen unter einer Art Mastitis leiden. Dem geht zumeist eine Ver?nderung der Brust voraus, die sich schon in den ersten Lebenstagen des Neugeborenen abzeichnet.

Ursachen

W?hrend der Schwangerschaft gelangen auch die weiblichen Sexualhormone der Mutter durch die Nabelschnur in den Blutkreislauf des Babys. Dies führt bei manchen Kindern dazu, dass die Milchdrüsen reifen und Milch gebildet wird.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Ihr Kind ein Junge oder ein M?dchen ist. Beide Geschlechter k?nnen davon betroffen sein.

Symptome und Behandlung

Bemerken Sie folgende Symptome, k?nnte es sich um eine Entzündung oder gar Neugeborenenmastitis handeln:

  • Die Brust des S?uglings schwellt an.
  • Der Bereich ist berührungsempfindlich.
  • In manchen F?llen tritt eine trübe, grau-wei?liche Flüssigkeit aus.

Bitte versuchen Sie nun nicht, die Milch aus der Drüse zu drücken. Normalerweise verschwindet Sie von ganz allein wieder. Sie riskieren lediglich eine Verschlimmerung der Situation oder eine Brustdrüsenentzündung.

Anzeichen einer echten Neugeborenenmastitis k?nnen sein:

  • R?tung und überw?rmung der Haut.
  • Fieber
  • Eiter

In diesem Fall muss Ihr Schützling dringend von einem Arzt behandelt werden, der Ihnen sehr wahrscheinlich eine antibiotische Therapie verschlagen wird.

Eine Mastitis w?hrend der Stillzeit kann schmerzhaft und auch frustrierend sein. Um so wichtiger ist es daher, dass Sie sich voll und ganz auf sich, Ihr Baby und das Stillen konzentrieren. Genie?en Sie trotzdem die Zweisamkeit mit Ihrem Baby und lassen Sie sich von der Familie und Freunden verw?hnen. Sie haben es sich mehr als verdient!

Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und ?ffentlichen Quellen, wie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufkl?rung), dem ?rzteblatt oder den ?Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ?rztliche Betreuung w?hrend der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien)”. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen finden Sie im Anschluss an diesen Artikel. Die hier aufgeführten Ratschl?ge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultieren Sie für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer Ihren Arzt.

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Pschyrembel: Mastitis neonatorum

AWMF: S3 Leitlinie Therapie entzündlicher Brusterkrankungen in der Stillzei

Still-lexikon: Der Abstillprozess

Still-lexikon: Brustentzündung (Mastitis)

Dr. med. Romanus R?hnelt: Kindergesundheit. Wie Sie Krankheiten erkennen. Was Sie selbst tun k?nnen. Trias. Stuttgart. 2017.

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