Pl?tzlicher Kindstod (SIDS)

Pl?tzlicher Kindstod (SIDS)

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04.05.20
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Der pl?tzliche Kindstod geh?rt wohl zu den gr??ten Albtr?umen jeder Familie. Doch so unangenehm der Gedanke daran ist: Sich mit dem Thema sachlich auseinanderzusetzen ist wichtig. Denn mit wenigen, simplen Schritten k?nnen Sie dem sogenannten SIDS vorbeugen.

Worum geht es in diesem Artikel?

Was versteht man unter SIDS? Pl?tzlicher Kindstod: Was sind die Ursachen? So k?nnen Sie dem pl?tzlichen Kindstod vorbeugen Wann sinkt das Risiko?

Was versteht man unter SIDS?

Der pl?tzliche Kindstod, auch bekannt unter den Bezeichnungen Sudden Infant Death Syndrome, SIDS oder auch Krippentod, ist der unerkl?rbare und unvorhergesehene Tod eines Babys im Alter von weniger als einem Jahr.

Auch danach kann das SIDS noch auftreten, wobei die Wahrscheinlichkeit stark sinkt: Etwa zwei bis sechs Prozent der F?lle ereignen sich im zweiten Lebensjahr.

Es ist ein leiser Tod, der in den meisten F?llen im Schlaf eintritt. Obwohl die Zahl der SIDS-F?lle in den vergangenen Jahren stark abgenommen hat, geh?rt es zu den h?ufigsten Todesursachen unter S?uglingen in Deutschland.

Nicht selten ist es Eltern oder Rettungskr?ften m?glich, das Baby wiederzubeleben. Mediziner unterscheiden jedoch zwischen einem SIDS und dem sogenannten ALE (Apparent Life-Threatening Event). Bei Letzterem atmen die S?uglinge entweder nur noch schwach oder gar nicht mehr, laufen blau an oder werden sehr blass. Bringen Sie Ihr Kleines in diesem Fall sofort in das n?chste Krankenhaus.

Pl?tzlicher Kindstod: Was sind die Ursachen?

Es gibt unz?hlige wissenschaftliche Studien zu diesem Thema. Immer wieder werden m?gliche Ursachen, die das Ph?nomen erkl?ren sollen, gefunden – zuletzt wurde zum Beispiel eine seltene, genetische Mutation in diesem Zusammenhang untersucht.

Oft stellt sich bei nachtr?glichen Untersuchungen eine andere Todesursache heraus, wie zum Beispiel eine nicht erkannte Hirnhautentzündung oder ein Herzfehler.

Meistens handelt es sich aber doch um ein SIDS ohne weitere erkennbare Ursachen.

Konkret l?sst sich n?mlich gar nicht bestimmen, was die Ursachen für den pl?tzlichen Kindstod sind. Per Definition handelt es sich dann um SIDS, wenn sich trotz sorgf?ltiger Untersuchung keine Erkl?rung für den Kindstod finden l?sst.

Risikofaktoren bei Kindern

Beim pl?tzlichen Kindstod handelt es sich also vielmehr um eine Ausschlussdiagnose. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass bestimmte Pr?ventionsma?nahmen der sicherste Weg sind, um das SIDS zu verhindern.

Zudem gibt es bestimmte Risikogruppen, bei denen der Kindstod der Statistik zufolge h?ufiger vorkommt. Dazu geh?ren:

  • Frügeborene oder Neugeborene, die auf der Intensivstation behandelt werden mussten
  • Kinder, die mit starkem Untergewicht auf die Welt kamen
  • Kinder von drogenabh?ngigen Eltern
  • Kinder von Rauchern
  • Kinder von Müttern, die in besonders jungen Jahren (unter 20) oder sp?ter im Leben (über 40) geb?ren
  • Kinder, deren vorangegangene Geschwister an pl?tzlichem Kindstod verstarben

Gerade letzterer Punkt spricht dafür, stets eine nachtr?gliche Untersuchung durchführen zu lassen – auch, wenn es Eltern oft schwerf?llt, diesem Schritt zuzustimmen. Zum einen lassen sich damit m?gliche Schuldgefühle abbauen. Sich mit Vorwürfen zu qu?len, haben liebevolle Eltern, die einen Schicksalsschlag erlitten haben, schlie?lich nicht verdient.

Zum anderen kann die Ursachenforschung nützlich sein, um das Risiko für weitere Kinder abzusch?tzen.

Faktoren, die auf eine erh?hte Gef?hrdung hinweisen

Nun bedeutet natürlich keiner dieser Umst?nde, dass Sie automatisch um Ihr Kind bangen müssen. über m?gliche Einflüsse Bescheid zu wissen, hilft lediglich dabei, das Risiko zu senken.

Ob ein Kind tats?chlich gef?hrdet ist, l?sst sich kaum vorherbestimmen. Vereinzelt wurden bei SIDS-F?llen Vorerkrankungen festgestellt, beispielsweise des Herzens oder des Stoffwechsels. In 85 Prozent der F?lle jedoch trat der pl?tzliche Kindstod vollkommen ohne erkennbare Ursache ein.

Dennoch gibt es gewisse Dinge, die m?glicherweise auf eine Gef?hrdung hinweisen k?nnten:

  • Das Baby hat w?hrend des Schlafens Atempausen, die mit einem Abfall der Herzfrequenz und der Sauerstoffs?ttigung einhergehen.
  • Es l?uft wiederholt blau an oder wird ungew?hnlich blass, ohne dass es dafür einen konkreten Grund gibt.
  • Das Kind hat starke Schwei?ausbrüche, ohne dass es Fieber oder einen Infekt hat oder die Kleidung beziehungsweise die Umgebungstemperatur zu hoch w?re.
  • Es findet Nahrungsrückfluss vom Magen in die Speiser?hre beim Kind statt.
  • Das Baby nimmt sehr langsam zu oder zeigt andere Entwicklungsst?rungen.

Sollte Ihr Kind zu einer Risikogruppe geh?ren, besprechen Sie das frühzeitig mit Ihrem Kinderarzt. Um sich selbst ein wenig die Angst zu nehmen, k?nnen Sie auch ein Erste-Hilfe-Training für Eltern absolvieren.

In manchen F?llen kann eine Monitorüberwachung verordnet werden. Hierbei ist wichtig, dass sich Eltern nicht durch m?gliche Fehlalarme verunsichern lassen.

So k?nnen Sie dem pl?tzlichen Kindstod vorbeugen

So unerfreulich sich das alles erst einmal liest, sollten Sie sich bei dem Thema nicht verrückt machen lassen. Glücklicherweise tritt ein pl?tzlicher Kindstod heutzutage immer seltener auf. Dank weitreichender Aufkl?rung und simpler Ma?nahmen müssen immer weniger Eltern diesen tragischen Verlust erleiden.

Die Statistik ist auf Ihrer Seite

Wie die Statistik zeigt, ist die Zahl der Babys, die in Deutschland an SIDS sterben, in den vergangenen Jahren enorm gesunken. Von 1991 (1285 F?lle) bis 2015 (127 F?lle) sind die Zahlen um 90 Prozent zurückgegangen. 2019 waren es 137 Kinder, bei denen SIDS festgestellt wurde – das sind gerade einmal 0,02 Prozent aller Neugeborenen.

Die niedrigsten Zahlen in der Statistik haben die Niederlande, wo bereits Ende der 80er Jahre eine umfassende Aufkl?rungskampagne gestartet wurde. Denn pl?tzlicher Kindstod geh?rt zu den Vorf?llen, denen man sehr gut vorbeugen kann. Sie k?nnen als Eltern mehrere Ma?nahmen ergreifen, um das SIDS-Risiko für Ihr Baby zu reduzieren. Vor allem durch eine rauchfreie Umgebung und das Stillen sinkt das Risiko deutlich.

Die richtige Lagerung in der Nacht

Hier ein überblick über die Dinge, die Sie zum Schutz ihres Babys beachten sollten:

  • Bauchlage im Schlaf vermeiden: Legen Sie Ihr Baby zum Schlafen immer in Rückenlage. Dies ist besonders wichtiger Punkt. Im Wachzustand sollte die stabile Bauchlage allerdings immer wieder angeboten werden. Das ist zum einen wichtig für die Koordination und Wirbels?ule des Kleinen. Au?erdem ist dauerhafte Rückenlage eine der h?ufigsten Ursachen für lagerungsbedingte Sch?deldeformation (zum Beispiel abgeflachter Hinterkopf). Deshalb gilt: Schlafen nur auf dem Rücken, tagsüber darf Baby sich in Bauchlage üben.
  • Schlafsack statt Decke: Ziehen Sie Ihrem Baby zum Schlafen einen seiner Gr??e entsprechenden, atmungsaktiven Schlafsack an und verzichten Sie auf lose Decken.
  • überw?rmung vorbeugen: Die Temperatur im Zimmer, in dem Ihr Baby schl?ft, sollte bei 16 bis 18 Grad liegen. Verzichten Sie auf zu warme Kleidung und Kopfbedeckungen. Wenn sich Kopf oder Nackenbereich hei? und verschwitzt anfühlen, ist dem Baby zu warm. Passen Sie die Bekleidung und auch den Schlafsack entsprechend der Jahreszeit an.
  • Cosleeping ja, Bedsharing nein: Zumindest im ersten Lebensjahr sollte der Schlafplatz Ihres Babys im Elternschlafzimmer eingerichtet sein. Die Atemger?usche der Eltern haben einen positiven Einfluss auf die Atemregulation des Kindes. Experten raten jedoch davon ab, das Kind in den ersten vier Lebensmonaten ins eigene Bett zu holen – so gro? der Wunsch nach engerer Bindung auch sein mag.
  • Kuscheliges Nest? Bitte nicht: Ihr Baby sollte auf einer m?glichst festen, luftdurchl?ssigen Matratze schlafen. Das Laken sollte eng an der Matratze anliegen. Verzichten Sie auf Nestchen, Kissen, weiche Unterlagen wie Schaffelle und auch auf Kuscheltiere, weil all dies zu einer überw?rmung führen, kann beziehungsweise vom Kind vor sein Gesicht gezogen werden k?nnte.
  • Qualmen verboten: Die Umgebung des Babys sollte auf jeden Fall rauchfrei sein. Als Mutter sollten Sie au?erdem w?hrend der Schwangerschaft und Stillzeit auf das Rauchen verzichten.
  • Breast is best: Stillen Sie ihr Baby mindestens in den ersten sechs Monaten m?glichst voll.
  • Nuckeln erlaubt: Wenn Ihr Baby daran gew?hnt ist, bieten Sie ihm zum Schlafengehen einen Schnuller an.

Auch, wenn Sie Ihr Baby instinktiv wom?glich weich einbetten und kuschelig zudecken wollen, ist eine minimalistische Lagerung also gesünder. Wie das aussehen kann – und wie Sie eine gute Schlafroutine entwickeln k?nnen – sehen Sie in unserem Video Mein Baby zum Einschlafen bringen.

Wann sinkt das Risiko?

Befolgen Sie diese Ratschl?ge besonders in der Zeit, in der Kinder sehr gef?hrdet sind. Wann das Risiko sinkt, zeigt die charakteristische Altersverteilung beim pl?tzlichen Kindstod. Die meisten F?lle ereignen sich demnach zwischen dem 2. und 4. Monat.

Nahezu alle SIDS-Unglücke kommen in den ersten 12 Monaten vor. Dass pl?tzlicher Kindstod mit 2 oder 3 Jahren auftritt, ist ein absoluter Ausnahmefall und meist die Folge einer Erkrankung. Die Statistik zeigt, dass Jungen mit 60 Prozent h?ufiger betroffen sind als M?dchen. Zwei Drittel fallen au?erdem in die Wintermonate.

Wie bei vielen anderen Dingen rund um das Thema pl?tzlicher Kindstod sind die Gründe hierfür nicht endgültig gekl?rt. Alles, was Sie für ihren Schatz tun k?nnen ist, die Ratschl?ge der Experten zu befolgen. Die richtige Lagerung ist die beste Voraussetzung, um SIDS vorzubeugen.

Vor allem ist es wichtig, sich von zwei Dingen frei zu machen: der Schuldfrage und allzu gro?er Sorge. Pl?tzlicher Kindstod geh?rt nach wie vor zu den meist unerkl?rlichen Unglücken des Lebens. Daher ist das Einzige, was Sie tun k?nnen, alle Vorkehrungen zu treffen, um ihrem Liebling ein behagliches und m?glichst sicheres Zuhause zu bieten.

Genie?en Sie ihr Elternglück in vollen Zügen und so sorgenfrei wie m?glich. Schlie?lich geh?ren diese Monate und Jahre zu den sch?nsten Ihres Lebens. Und am besten k?nnen sie sie genie?en, wenn Sie Urvertrauen darin haben, dass alles gut gehen wird.

Zur Entstehung dieses Artikels:
Alle Inhalte aus in diesem Artikel basieren auf vertrauenswürdigen fachspezifischen und ?ffentlichen Quellen, wie der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufkl?rung), dem ?rzteblatt oder den ?Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses über die ?rztliche Betreuung w?hrend der Schwangerschaft und nach der Entbindung (Mutterschafts-Richtlinien)”. Eine ausführliche Liste aller verwendeten Quellen finden Sie im Anschluss an diesen Artikel.
Die hier aufgeführten Ratschl?ge und Informationen ersetzen keinesfalls die medizinische Betreuung durch entsprechendes Fachpersonal. Konsultieren Sie für eine professionelle Diagnose und Behandlung immer Ihren Arzt.

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Quellen:

Pschyrembel, Klinisches W?rterbuch. Berlin:Verlag Walter de Gruyter, 2004.
Seiten 986f

Stastisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2019
- Kapitel 4 Gesundheit

Ruys JH, de Jonge GA, Brand R, Engelberts AC, Semmelkrot BABedsharing in the first four months of life: a risk factor for sudden infant death. Acta paediatr 10.
Seiten 1399ff

Dr. med. Illing, Stephan. Kinderheilkunde für Hebammen. Stuttgart: Hippokrates Verlag, 2003,
Seiten 278f

AWMF: Pr?vention des Pl?tzlichen S?uglingstods

EPUB-uni: KENNTNISSE UND UMSETZUNG DER EMPFEHLUNGEN ZUM GESUNDEN S?UGLINGSSCHLAF IN DER KUNO KIDS KOHORTE

Kinder- & Jugend?rzte im Netz: Pl?tzlicher Kindstod: M?gliche seltene genetische Ursache nachgewiesen

Linz, Christian, Kunz, Felix, B?hm, Hartmut, Schweitzer, Tilmann. Lagerungsbedingte Sch?deldeformit?ten. In: Deutsches ?rzteblatt Int 2017;
114(31-32): Seiten 535ff

Aerzteblatt.de: Der pl?tzliche S?uglingstod: Epidemiologie, ?tiologie, Pathophysiologie und Differenzialdiagnostik

Kinder- & Jugend?rzte im Netz: - Tummy Time for Infants - ?Bauchzeit“ für S?uglinge

GEPS: Der Pl?tzliche S?uglingstod

Kinder- & Jugend?rzte im Netz: Pl?tzlicher Kindstod & anscheinend lebensbedrohliches Ereignis

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